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Kategorie: Pässe

Höhenmeter pro Kilometer

Höhenmeter pro Kilometer

Ich bin von klein auf fasziniert von Listen. Als Kind auf den Urlaubsfahrten notierte ich die Kennzeichen der vorbei fahrenden Fahrzeuge. Jeder Hollandurlaub ergab zudem eine Strichliste mit der Anzahl der entdeckten Windmühlen. Auf meinen Radtouren entstanden regelmäßig Listen der Tiere, denen ich begegnete (inkl. der toten am Wegesrand). In London fertigte ich Listen mit den Namen der dort an den Kanälen liegenden Schiffe an. Hier eine Auswahl meiner Urlaube mit dem Rad nach Höhenmeter pro Kilometer sortiert.

Reise Kilometer Höhenmeter Höhenmeter pro Kilometer
Pyrenäen 2023 682 21150 31
Südtirol 2018 658 19539 29,7
Frankreich 2019 780 21877 28
Jura 2025 324 7720 23,8
Abruzzen 2025 909 21600 23,8
Provence & Alpes Maritimes 2017 666 15240 22,9
Deutschland 2020 692 15590 22,5
Frankreich & Ligurien 2026 775 16500 21,3
Vogesen & Zentralmassiv 2020 1295 27430 21,2
Italien 2019 906 19120 21,1
Provence 2023 897 18930 21,1
England & Schottland & Wales 2017 726 14947 20,6
Italien 2018 777 13712 17,6
Österreich 2024 1577 21650 13,7
Toskana 2024 813 8940 11
Bretagne 2017 1107 11411 10,3
Bretagne 2026 598 6020 10
Irland 2016 1432 14157 9,9
Vennbahn-Saar-Rhein 2026 729 6600 9
Tour de France 2022 3118 27370 8,8
Ronde van Nederland 2026 1137 6950 6,1
Staubwolke am Türkenloch

Staubwolke am Türkenloch

Ende April bin ich in Wien gewesen und habe meiner bezaubernden Freundin Nina geholfen, ihren nur annähernd so bezaubernden Kundinnen tolle Mode zu präsentieren. Außerdem bin ich mit De Rosa ein paar Pässe gefahren. Der bei weitem faszinierendste war das Türkenloch. Zunächst fuhr ich von Furth an der Triesting aus leicht bergan auf gut asphaltierter Straße den Steinwandgraben entlang. Ein schöner Auftakt in einem idyllischen Tal. Noch bevor es richtig in den Berg ging, kam ich an eine Gabelung. Kein Schild sagte mir wo lang, nur die Perspektive war klar: Links auf den Schotterweg oder rechts auf den Schotterweg. Links sah aussichtsreicher aus und so nahm ich den Pass in Angriff. Anfangs erleichterten mir Überreste einer historischen Asphaltdecke den Anstieg, später waren auch diese Reste nicht mehr vorhanden. Im Wiegetritt verlor ich die Bodenhaftung, zum Sitzen war das Türkenloch eigentlich zu steil. Eine leichte Staubwolke saß mir im Nacken und ließ sich nicht abhängen. Ich gab alles auf diesem Pass, der mir wie aus der Radsportgeschichte geschnitzt erschien. Allmählich fand ich meinen Rhythmus: Wenig Steinchen auf dem Weg – vorsichtiger Wiegetritt; viel Steinchchen und felsiger Untergrund auf dem Weg – vorsichtiges Fahren im Sitzen. Meine Oberschenkel jubelten vor Schmerzen. Als hinter einer Kehre die asphaltierte Straße wieder begann, hatte ich im Kopf längst gewonnen: Weder Coppi noch Merckx hatten kontern können!